skip to main |
skip to sidebar
...hier im Blog. Das lag unter anderem daran, dass Kasia arbeitsbedingt wieder unterwegs war und ich Abendschicht schob. Die Mittage habe ich eher ruhig gestaltet, es liegen schließlich gut gefüllt 10 Tage vor mir :-) Gestern habe ich mich allerdings ins Auto gesetzt und bin in Richtung Miami Lakes gefahren - zu einem Lädchen, das auf dem Antikmarkt anzutreffen war. Zauberhaft. Eine Besitzerin, mit der ich herrlich plaudern konnte und eine Menge zum stöbern. Und auch die Läden in der Nähe waren hübsch. Mal nicht das 117. Macy's, sondern Läden mit Besitzern. Okay, es gab auch ein Victorias Secret. Das habe ich aber, trotz des ungewohnten Anblicks der Ruhe in den Räumlichkeiten, nicht betreten.
Da bin ich lieber durch ein Kinderlädchen gewandert. Selten so viel Zeug in einem einzigen Geschäft gesehen, das Ding war voll bis unters Dach. Und alles vom Schlag "Nimm mich doch mit!". Für die Mädels Kleider, Schuhe, Haarschmuck und passende Handtaschen, für die Jungs Paul Frank usw. und dazwischen Schmuck für alle und etwas Spielzeug. Quasi Oilily potenziert. Da müsste man schon ein ganzes Kinderheim adoptieren, um die Shoppingfreude komplett ausleben zu können. Zur Stärkung habe ich dann noch ein Eis zu mir genommen. Aber nicht nur ne olle Kugel mit Streuseln drauf und so. Nein! In der "Cold Stone Creamery" werden die Zusätze mit Spachteln ins Eis eingearbeitet. So wurden meinem Cheesecake-Eis frische Früchte und Kuchenbodenkrümel implantiert. Lecker.
Könnte eine Alternative für zuhause sein, falls ich die Lizenz der "Cheesecake Factory" nicht bekommen sollte ;-)
Die letzten zwei Wochen haben fast begonnen, Kinners, wie die Zeit vergeht...Und da die letzten Tage, wieder einmal, eher von der Arbeit dominiert waren, nutze ich die Gelegenheit, um euch, solltet ihr euch mal hierher verirren, auf Miamis Straßen vorzubereiten. Nicht den Standardquatsch aus dem Reiseführer, sondern das, was wirklich zählt ;-) Die GrundlagenWichtigstes Utensil im Auto ist, neben dem Gaspedal natürlich, die Hupe. Sie kommt hierarchisch vor der Bremse und wird dementsprechend inflationär eingesetzt. Ihr könnt sie benutzen, um andere darauf aufmerksam zu machen, dass sie zu langsam (an)fahren, euch in irgendeiner Weise im Weg stehen oder in den Weg fahren oder auch, dass Fußgänger gerade nicht da sein sollten, wo sie nun einmal sind. Kurz: Dass ihr im Recht seid. Die Energie, die für das Betreiben der akustischen Gerätschaften notwendig ist, muss man in Zeiten der wirtschaftlichen Anspannung natürlich einsparen. Miamis Autofahrer haben sich in diesem Fall für den Blinker entschieden, wenn auch eher inkonsequent. Prinzipiell ist er zum Abbiegen, Einparken oder für sonstige Manöver nicht notwendig. Bremsen tut es erstmal auch, schließlich leuchten dann hinten auch Lichter auf. Wenn er dann aber einmal an ist, wird er auch nicht abgestellt, sondern blinkt munter weiter vor sich hin. Besorgt euch Accessoires! Miamis Fahrer von Welt gehen nicht ohne hinters Lenkrad! Das kann ein Handy oder ein Kaffeebecher sein (Marke ist in diesem Fall nicht entscheidend), wichtig ist nur, dass nicht beide Hände am Lenkrad sind. Denn zwei Hände am Lenkrad ist sowas von 5 Jahre her...völlig out!InnerortsVorausschauendes Fahren ist in einer so eiligen Gesellschaft natürlich nicht wirklich möglich. So lange Beschleunigung und Augenmaß stimmen ja auch nur bedingt notwendig. Wie in einer Großstadt üblich, wird jeder Meter ausgenutzt. Da heißt es schnell sein, wenn man nicht hinten anstehen will. Übt euch also in schnellen, gezielten Lenkbewegungen!Um nicht aufzufallen, sollte man sich den Ritualen so weit wie möglich anpassen. An der Ampel ist es wichtig, nicht an der Haltelinie zu halten. Sie dient nur zur groben Orientierung. Während der Rotphase tastet man sich dann immer weiter vor, bis man fast komplett darüber hinweg gefahren ist.
Sollte die Ampel auf Grün umschalten, wartet man erst einmal ein, zwei Sekunden - bis einen die Hintermänner auf die farbliche Veränderung akustisch aufmerksam machen. Ein aufmerksamer Hintermann tut das übrigens schon nach etwa 0,4 Sekunden. HighwayGenerell gilt das gleiche wie innerorts - nur schneller. Spuren dürfen gewechselt werden, wie man lustig ist - auch wenn es der, vor den man sich mit einem Abstand von etwa 17 cm setzt, das weniger lustig finden sollte. Spurwechsel über zwei Spuren und mehr, kurz vor der Ausfahrt, sind nicht unüblich, bedürfen aber einer gewissen Übung und sind daher nichts für Anfänger. Ihr könnt euch aber mit kleinen Übungen herantasten: Rast einfach bis etwa 200 Meter vor der Ausfahrt auf der Nachbarspur und bremst dann so ab, dass ihr euch gerade noch einfädeln könnt. Der gemeine Amerikaner ist, wie der Europäer auch, von der Idee des Reißverschlussverfahrens völlig unbeeindruckt. Fädelt einfach ein, wie ihr mögt. Hupen nicht vergessen. Ich hoffe, damit seid ihr halbwegs vorbereitet. Sollte ich etwas vergessen haben, ihr wisst ja, es gibt die Kommentarfunktion.
Getreue Leserschaft, zunächst einmal entschuldige ich mich für die lange Tatenlosigkeit, aber es gab einfach keine besonderen Ereignisse. Ich war jeden Abend arbeiten und habe heute meinen ersten komplett freien Tag. Am Mittwoch habe ich mich nach der Arbeit tatsächlich noch zum Tango gequält.
Tagsüber war ich meist faul an Strand und (bitte einen Extrapunkt für meinen Heldenmut) im Pool planschen. Der ist garnicht mehr soooooo kalt. Aber immer noch. Und bei Victorias Secret einkaufen, Belohnung für die lange Woche ;-)Aber was gestern auf der Arbeit passiert ist, ist defintiv einen Eintrag wert. Da war selbst ich sprachlos - und das passiert nun wirklich selten. Wir hatten volles Haus und eine Warteliste, dementsprechend genau musste ich die Tische setzen - und ebenso dementsprechend wurde auch das Mittvierziger-Paar mit Hund an einem Zweiertisch platziert und die Dreiergruppe darauf an dem Nachbartisch mit mehr Plätzen. Dann aber fragte mich die Dame, ob sie nicht den größeren Tisch haben könnten. Soweit so unspektakulär, mehr Platz hat ja jeder gern, aber dann kam der Grund: Sie hätte gerne einen Stuhl mehr, damit ihr Wauzi darauf Platz nehmen könne. Da war's bei mir vorbei, Hirn klinkte sich, offenbar zur Datensicherung, erst einmal zwei Sekunden aus. Wortsuche. Ruhe bewahren. Nicht auslachen, aber auch nicht fragen, ob sie noch ganz knusper ist. Ehrlich erklärte ich ihr dann, dass es eben nicht ginge. Warteliste und so. Okay, aber einen Stuhl hätte sie dann schon gern. Dem Mann wurde es an diesem Punkt offenbar schon peinlich, er meinte, es sei ja nun nicht so wichtig, es sei viel los usw. - aber sie begann schon nach einem Stuhl am Nachbartisch zu fragen. Ich erwähnte noch kurz, dass wir es eigentlich nicht so gerne mögen, wenn Hunde so am Tisch Platz nehmen, aber es war sowieso sinnlos. Um meine celebralen Resourcen wieder hochzufahren, gab ich auf. Ich bin mal gespannt, was ich nun Samstag und Sonntag zu sehen bekomme. Denn es findet am Wochenende nicht nur ein alljährliches Treffen der Lesbenszene statt (bereits gestern Nacht war die Masse weiblicher Paare schier grenzenlos), sondern auch noch die Erotikmesse. Zum kulturelen Ausgleich geht es dann heute Abend ins Theater. Tango schauen natürlich ;-)
Nachdem der Samstag eher ruhig war, sowohl auf der Arbeit als auch Abends, war der Sonntag vollgepackt mit Aktivitäten mit Kasia. Morgens ging es erst einmal zur Stärkung in "Davids Café". Kubanischer Toast, Churros (fritiertes Zuckergebäck, bei dem ich eigentlich mal in Südfrankreich geschworen hatte, es nie wieder zu essen), ein Frühstückswrap und natürlich Kaaaaaaffeeeeee. Wir sind so abhängig ;-)Anschließend stand der Antik- und Trödelmarkt auf dem Programm. In und um die Lincoln Road stehen Stände mit Kleidung, Schmuck, Möbeln und natürlich Krimskrams, den man eigentlich niemals brauchen kann. Irgendwie kam es mir vor, als hätten die dort schönere Sachen als auf deutschen Flohmärkten. War leider der letzte in dieser Saison. Wir hatten eine Menge Spaß - und griffen oft exakt nach den selben Dingen. Leider rief dann die Arbeit. Und da war dann gestern bei locker über 30 Grad die Hölle los. Aber auch das ging vorbei. Und als Kasia dann Abends noch an den Strand laufen ging, fuhr ich mit, um mich noch etwas ans Meer zu legen. Auf dem Rückweg folgte eine Aneinanderreihung von "Ich hab grad genau das gleiche gedacht" sondersgleichen. Von einer Sekunde auf die andere dachten wir an Eis. Nicht im Eisfach vorhanden, also umgedreht. Auf dem Weg zurück kamen wir wiederum an einem argentinischen Steakgrill vorbei. Den hatte ich immer für eine Joghurtbar, Eisdiele oder ähnliches gehalten, weil eine lustige, schwarz-weiße Milchkuh das Logo ist. Egal, jedenfalls schwärmte Kasia von den Steaksandwiches dort und *pling* - zwei Blöde ein Gedanke - wir nehmen uns eins mit. Also rein in die gute Stube. Ein Paradies für Fleischliebhaber. Ein Grill, fast so groß wie mein Wohnzimmer, vollgepackt mit allem, was man aus einem Wiederkäuer so machen kann. Zwei Sandwiches bestellt, Wartezeit: 25 Minuten. *pling* In der Zeit gehen wir uns noch Eis kaufen. *pling* Mit Schokosauce zum warm machen. Ein kleiner Supermarkt war ja direkt um die Ecke des Grills. Überzeugt hat uns dessen Auswahl aber nicht, wir würden also zum Publix müssen. Etwas weiter weg, aber wir hatten ja Zeit. *pling* Lass uns doch laufen! Also haben wir das gemacht und kehrten mit zwei Sandwiches, einer Dose Vanilleeis und Schokosauce nach hause zurück. In der Zwischenzeit hatten wir noch ein *pling* mit dem Inhalt, dass ein Frauenfilm her musste. Aber erst einmal Fleischeslust. Die Steakstreifen war so groß, man hätte besser das Brötchen dazwischen geklemmt. Gemüse wird sowieso überbewertet, darauf hat man also gleich verzichtet. Und es war soooooo lecker. Danach haben wir uns dann nach langem hin und her für einen Klassiker entschieden: Audrey Hepburns "Wie stiehlt man eine Million". Durchgehalten haben wir, Vanilleeis löffelnd, aber nur bis zur Hälfte.
Fazit von uns beiden: WG-Leben kann so schön sein, wenn es passt.
Kurz am Rande: Amerikaner (oder zumindest einige in Miami) sind manchmal merkwürdig. An die Tatsache, dass einige Hunde hier im Kinderwagen herumkutschiert werden und geschlechtsspezifisch angezogen sind wie ein Kinderersatz, habe ich mich nun schon halbwegs gewöhnt. Aber gestern habe ich nun schon zum zweiten Mal ein Kleinkind an der Leine gesehen. Es war eine süße Leine, zugegeben, ein kleiner "Affenrucksack" auf dem Rücken des Mädchens, aber so weglauffreudig kann doch kein Kind sein, dass man es an sich ketten muss, oder?Sollte man dann doch nicht lieber beim Chihuaha bleiben? Da muss man auch nicht alle fünf Minuten den "Hand-Desinfizierer" auspacken. Denn auch das ist hier sehr beliebt, sobald das Kind nur einmal kurz auf die Hände gefallen ist. Was ist nur aus "Dreck macht Speck" geworden? Okay...für hier nun wirklich das falsche Sprichwort. Die zweite Sache, die ich mehr als witzig finde: Ich begegne jeden Tag Menschen auf der Straße, die scheinbar mit sich selbst oder imaginären Freunden sprechen. Natürlich haben sie eine kleine feine Freisprecheinrichtung, Bluetooth-Kopfhörer usw., aber merkwürdig ist es auf jeden Fall. Praktisch ist es natürlich aber schon, wenn man dabei die Hände für den Starbuckskaffee frei hat. Wenn ich allerdings in Autos schaue, sehe ich fast immer das Handy am Ohr kleben. Offenbar genießt der kleine Pappbecher ein größeres Ansehen und mehr Aufmerksamkeit als das Auto oder der Verkehr drum herum. ;-)
Am Freitag feierte Allison, die Besitzerin von "Cotton", ihren Geburtstag. Abendessen beim Inder - und damit eine Erweiterung meines kulinarischen Horizonts im asiatischen Raum.
Treffpunkt war um acht, also war von vorneherein klar, dass ich nachkommen musste. Lustigerweise hatte ich Kasia genau um einen Fahrstuhl verpasst. Bei der Ankunft in der Garage wunderte ich mich schon, dass Kasias Auto dort stand, aber dachte mir dann, sie sei sicher mit Allison zusammen gefahren. In der Wohnung war sie schließlich nicht. Als ich dann wieder in der Garage ankam, war ihr Auto weg - und ich hegte leichte Selbstzweifel an meiner Auffassungsgabe. War es vielleicht garnicht ihr Auto gewesen!?
Im Restaurant angekommen, fragte ich nach, wann sie los gefahren sei und stellte fest, dass sie ein ähnliches Aha-Erlebnis hatte - nur eben mit meinem Auto, das "aus dem Nichts ohne mich" aufgetaucht war ;-) Des Rätsels Lösung: Die Fahrstühle, von denen mal wieder ganze zwei funktioniert hatten und ich daher den genommen habe, der nicht vollgestopft mit Leuten nach oben fuhr, sondern lieber den nächsten. Kasia wiederum ist wohl mit Nummer Eins nach unten gefahren. Aber zurück zum asiatischen Kontinent und seinen Kochtöpfen: Die Speisekarte war, wie erwartet, dicht bedruckt und voller unbekannter Begriffe. Nach langem Überlegen entschied ich mich für ein Chickencurry mit Tomaten (bitte fragt mich nicht nach dem indischen Titel), Schärfegrad Null. Aber letztlich probierte sowieso jeder bei jedem. Kasia, Allison und ihr Mann hatten Schärfegrad Drei - für mich schon ein kleiner Supergau im Mund und Rachenbereich.
Doch irgendwie ist es nicht so wirklich meins gewesen, zuviel Cumin irgendwie. Nicht schlecht, aber auch keine Offenbarung, da haben mich andere asiatische Länder schon mehr überzeugt ;-)Weit mehr überzeugt haben mich die Geschichten von einer der anwesenden Damen, die Virologin (oder etwas ähnliches) ist. Sie hat, nachdem früher oder später ja die Schweinegrippe Thema werden musste, etwas aus dem Nähkästchen geplaudert. Quasi ein "Best of" ihrer Experimente. Einmal wurde über ein Jahr hinweg Wein im Labor gekeltert. Das schrägste war aber zweifellos die "Geldwäsche".
Jemand wollte beweisen, dass Geldscheine ein Überträger für virale Erkrankungen sind und schleppte daher kofferweise Dollarscheine an, um diese dann "abwaschen" zu lassen, damit man in der Brühe dann Seuchenträger feststellen würde. Konnte man dann aber leider nicht. Wir dürfen also weiterhin beruhigt mit Bargeld zahlen. Vielleicht war es auch ein Kreditkartenhersteller!? Man weiß es nicht. Und was danach mit dem Geld passiert ist...keine Ahnung. Eine lustige Story allemal!